Praxisbetrieb in Corona-Zeiten und Tipps für die Zeit in Quarantäne

Praxisbetrieb in Corona-Zeiten und Tipps für die Zeit in Quarantäne

Die Corona-Krise hat uns fest im Griff. Vieles, was vorher undenkbar war, hat sich verändert und jeder Einzelne ist mehr oder weniger betroffen. Auch wir Psychotherapeuten müssen uns mit dieser neuen Situation eingehend auseinandersetzen. Gerade jetzt brauchen unsere Patienten uns, doch ein normaler Praxisalltag ist nicht mehr möglich. Gerne informieren wir Sie hier, was sich geändert hat.

Gruppentherapien sind derzeit nicht empfohlen, weswegen die Reha-Nachsorge bei Frau Jessen bis mindestens nach Ostern ausgesetzt ist. Gerne können sich interessierte Personen trotzdem per Email melden, wenn Sie an einem Nachsorgeplatz interessiert sind. Die Vorgespräche dazu biete ich online an. Die Fristen (3 Monate nach Reha-Ende bis zum Nachsorgebeginn, keine Unterbrechung der Gruppe länger als 6 Wochen möglich) wurden freundlicherweise von den Rentenversicherungen verlängert.

Viele Psychotherapeuten bieten aktuell Einzeltherapie via Internet an. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat dazu spezielle Programme zugelassen, die bezüglich Datenschutz besonders sicher sind. Auch wir verwenden diese speziellen Programme und bieten Ihnen Online-Therapie an. Dazu brauchen Sie übrigens keine Software, müssen sich nicht anmelden. Wenn wir einen Termin vereinbaren, erhalten Sie einen Link, den Sie bequem über Ihr Handy oder Ihr Laptop öffnen können. Auch die Sprechstundentermine und Erstgespräche können online geführt werden. Sprechen Sie uns gerne an.

Gerne möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch Tipps und Ideen geben, die Ihnen in der momentanen Zeit helfen können, psychisch stabil zu bleiben und Ihren Alltag zu meistern:

Halten Sie eine Tagesstruktur ein: es kann verlockend sein, in den Tag hinein zu leben, auf Dauer werden Sie jedoch unzufrieden, haben kaum Erfolgsmomente und ein Hilflosigkeitserleben kann auftauchen. Schreiben Sie sich eine Tagesstruktur auf mit festen Zeiten fürs Aufstehen, Mahlzeiten, Pflicht- aber auch Freizeit, Bewegung aber auch Entspannung. Nehmen Sie sich jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für Dinge, für die Sie bisher keine Zeit hatten.

Konsumieren Sie Medien bewusst und gezielt: übermäßige Beschäftigung mit Nachrichten etc. verstärken negative Emotionen. Informieren Sie sich von sicheren Quellen wie z.B. tagesschau.de, Deutschlandfunk.

Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte über die Distanz, z.B. per Chat oder Videochat, Telefon oder schreiben Sie einen Brief.

Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken, gönnen Sie sich etwas, aktivieren Sie alte Hobbies, lesen Sie ein Buch von früher, malen Sie oder machen Musik.

Geben Sie Ihren Gefühlen Raum: nehmen Sie sich eine gewisse Zeit für Ihre Gefühle, z.B. beim Malen, musizieren oder meditieren, schreiben Sie Tagebuch, reden Sie mit jemandem darüber (die Telefonseelsorge ist 24h für Sie da, online und telefonisch, anonym) Im Anschluss packen Sie die Gefühle „freundlich“ weg und konzentrieren Sich bewusst auf etwas, dass Ihnen Freude bereitet.

Fühlen Sie einfache Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen durch: tiefe Bauchatmung, stehen Sie gerne dazu auf. Sie finden zahlreiche Anleitungen im Internet, Apps oder Büchern. Gerne schicke ich Ihnen eine Anleitung zu. Beschäftigen Sie sich mit Achtsamkeit, Progressive Muskelrelaxation und Fantasiereisen.

Bewegen Sie sich: ich sage es immer wieder zu meinen Patienten und habe auch im vorhergehenden Beitrag auf dieser Seite darüber gesprochen, wie wichtig Bewegung ist. Ich selbst nutze Videos im Internet, um mich fit zu halten, oder fahre draußen Fahrrad. Laufen Sie Treppen, tanzen Sie, alles ist erlaubt.

Bei alledem: Denken Sie daran, dass die Situation vorübergehen wird!

Quelle: https://www.psychologische-hochschule.de/wp-content/uploads/2020/03/jacobi_umgang-mit-quarantäne.pdf

Prof.  Frank Jacobi, Berlin

www.phb.de

Zum Umgang mit Krisen: https://www.doktorjunker.de/krise-hirn-an/

Auch schön: https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/

Bleiben Sie gesund, Ihre Claudia Jessen